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Kiew will russisches Gas in Westeuropa kaufen

Kiew will russisches Gas im Westen kaufen © Wingas

Kiew will russisches Gas im Westen kaufen © Wingas

KIEW. Die Ukraine will in Westeuropa Gas einkaufen, teilte der Chef des staatlichen Gasversorgers Naftogas Ukrainy, Jewgenij Bakulin, am Samstag mit. Mit dem deutschen Energieriesen RWE und mit anderen Anbietern würden dazu Konsultationen über den Kauf von zehn Milliarden Kubikmetern Gas auf dem europäischen Spotmarkt geführt, die sich aber noch „im Vorbereitungsstadium“ befänden. Der ukrainische Ministerpräsident Mykola Azarow hatte bereits in einem vergangene Woche veröffentlichten Interview mit der Zeitung „Die Welt“ bestätigt, dass Kiew Gaseinkäufe beim deutschen Konzern RWE erwäge: „Unser Gaskonzern Naftogas will von der deutschen RWE im sogenannten Reverse-Flow-Verfahren russisches Gas zurückkaufen“, sagte Azarow. Die ukrainische Zeitung „Serkalo Nedeli“ (Wochenspiegel) hatte zuvor gemeldet, dass sie über den Entwurf eines Rahmenabkommens und entsprechender Verträge zwischen dem ukrainischen Gasversorger und RWE verfüge. Eine Sprecherin von RWE Supply & Trading wollte den Vorgang gegenüber OST-WEST-CONTACT nicht kommentieren. Moskau und Kiew streiten seit Monaten über eine Reduzierung der Abnahmemenge und des Gaspreises, den die Ukraine als im internationalen Vergleich zu hoch kritisiert. Zurzeit beträgt der durchschnittliche Preis für russisches Erdgas für die Ukraine 416 Dollar pro 1.000 Kubikmeter.

Tognum baut neues Werk in Polen

2013 soll das neue Werk in Westpolen in Betrieb gehen. © Tognum

2013 soll das neue Werk in Westpolen in Betrieb gehen. © Tognum

FRIEDRICHSHAFEN/WARSCHAU. Die Tognum-Gruppe baut in Polen ein neues Werk zur Erweiterung ihrer europäischen Produktions- und Entwicklungskapazitäten. Der Antriebssystem- und Energieanlagenspezialist wird dazu über 90 Millionen Euro nahe der Stadt Stargard Szczeciński in der westpolnischen Region Zachodniopomorskie investieren. Das Werk soll ab der zweiten Hälfte 2013 die ersten Komponenten für Motoren der Tognum-Marke MTU herstellen, die dann an die Produktionsstätten in Friedrichshafen, Aiken (USA) und Suzhou (China) geliefert werden. Neben der Produktion werden auch Entwicklungseinrichtungen für mechanische und elektronische Motorkomponenten in Polen aufgebaut. Wenn das Werk voraussichtlich im Jahr 2015 in den Vollbetrieb geht, will die Tognum-Gruppe hier über 200 Mitarbeiter beschäftigen. Die zwischenzeitlich gegründete Tognum-Tochtergesellschaft MTU Polska hat bereits ein 20 Hektar großes Grundstück bei Stargard Szczeciński erworben. Das große Potenzial an Fachkräften und die Nähe zu Logistikdrehkreuzen wie den großen Seehäfen sind zwei wichtige Standortfaktoren.

Faber-Castell mit neuer Niederlassung in Russland

Der deutsche Schreibwarenhersteller hat bereits Tradition in Russland © Faber Castell

Der deutsche Schreibwarenhersteller hat bereits Tradition in Russland © Faber Castell

STEIN. Faber-Castell hat eine Niederlassung in Russland eröffnet. Der deutsche Stifthersteller erklärte Mitte März, dieser 24. Standort der Gruppe weltweit habe seine Arbeit offiziell bereits am 1. Dezember 2011 aufgenommen. In einem Joint Venture mit dem langjährigen türkischen Partner Anadolu Group plant Faber-Castell nun den systematischen Auf- und Ausbau der Marke über alle klassischen Vertriebskanäle und die Ausdehnung der Markenpräsenz über alle Regionen. Schwerpunkte seien zunächst die Ballungszentren Moskau, St. Petersburg, Rostow, Kasan, Nowosibirsk, Jekaterinenburg und Nishnij Nowgorod.
Russland spielte in der Firmengeschichte Faber-Castells immer wieder eine Rolle. 1874 wurde schon einmal eine Handelsagentur in St. Petersburg gegründet. Um 1900 ließen die Deutschen in St. Petersburg Minenstifte aus 14 Karat Gold herstellen. Exklusive Schreibgeräte kamen auch nach der Jahrtausendwende wieder aus St. Petersburg: Der Handwerksmeister Boris Igdalow fertigte im Jahr 2004 einen Füllfederhalter mit einem Schaft aus Bernstein in limitierter Auflage.

OWC-Directory im Netz

Seit März ist unter http://www.owc.de/directory das OWC-Directory im Internet abrufbar. Die umfangreiche Adresssammlung des OWC-Verlages beinhaltet rund 2.000 Einträge aus Mittel- und Osteuropa sowie China, Japan und Indien (die beiden letzt genannten ab Mitte April). Es finden sich Ansprechpartner aus Unternehmen und Institutionen, die mit den genannten Länderschwerpunkten arbeiten oder ihr Serviceangebot auf diese Wirtschaftsräume ausgerichtet haben.
Die neue Online-Version der seit fast 20 Jahren bewährten OWC-Directorys bietet gegenüber den weiterhin erhältlichen gedruckten Ausgaben zusätzliche Vorteile: Es lässt sich gezielt nach bestimmten Adressen suchen, nach Ländern und Branchen filtern. Die Datensätze werden fortlaufend aktualisiert und mit unserer Datenbank abgeglichen. Der größte Gewinn ist aber die ständige Abrufmöglichkeit via Internet – egal ob mit dem Rechner, dem Smart Phone oder dem Tablet-PC. » weiterlesen

Polen übernehmen deutschen Zulieferer YMOS

Der Zulieferer produziert verchromte Kunststoffteile in Deutschland und in Polen © YMOS

Der Zulieferer produziert verchromte Kunststoffteile in Deutschland und in Polen © YMOS

WARSCHAU. Der polnische Metall- und Kunststoffverarbeiter Boryszew hat Anfang März 2012 den deutschen Automobilzulieferer YMOS GmbH übernommen. Der Kaufvertrag umfasst die Aktiva der YMOS GmbH, der YMOS Ubrig GmbH und der YMOS Prenzlau GmbH. Die YMOS-Gruppe beschäftigt zirka 650 Mitarbeiter. Zusammen mit den Werken übernimmt Boryszew auch ausgewählte Verträge mit Kunden. Der Kaufpreis liegt bei rund 9,9 Millionen Euro.
YMOS produziert verzinkte und verchromte Kunststoffteile für die europäische Automobilindustrie, darunter Türgriffe, Scharnier- und Schließsysteme, Lenksäulenelemente sowie Gepäck- und Kofferraumsysteme. Das Unternehmen verfügt über Betriebsstätten unter anderem in Deutschland und Polen. Hauptkunden sind VW, Audi, Daimler, Bentley und Rolls Royce.
Im vergangenen Jahr steigerte die Boryszew-Gruppe ihre Umsätze um 38 Prozent auf insgesamt 4,34 Milliarden Zloty (1,05 Milliarden Euro). Der operative Gewinn konnte dabei von 99 Millionen Zloty auf 255 Millionen Zloty (61,5 Millionen Euro) gesteigert werden.

Linde übernimmt Produktionsgasversorgung für Dahua

Eine neue Luftzerlegungsanlage soll die beiden alten, die Linde auch übernimmt, ersetzen © Linde

Eine neue Luftzerlegungs-anlage soll die beiden alten, die Linde auch übernimmt, ersetzen © Linde

MÜNCHEN. Die Linde Group wird an einem Standort des chinesischen Chemieunternehmens Dahua die Bereitstellung von Gasen für den Produktionsprozess übernehmen und hierfür rund 70 Millionen Euro investieren. Eine kürzlich geschlossene Vereinbarung hält laut Linde Group fest, dass der deutsche Mischkonzern zwei bestehende Luftzerlegungsanlagen des zu den zehn größten Natriumkarbonat-Produzenten Chinas zählenden Unternehmen erwerben und betreiben will. Sie gehören zum Dahua-Standort auf Songmu Island im nordostchinesischen Dalian. Außerdem errichtet Lindes Engineering Division Dalian eine neue Luftzerlegungsanlage mit einer Produktionskapazität von 38.000 Normkubikmetern Sauerstoff pro Stunde. Die neue Anlage soll im Jahr 2014 in Betrieb gehen und die beiden alten ersetzen.
Der neue Luftzerleger soll auch Flüssiggase für den regionalen Markt produzieren. Deshalb haben beide Unternehmen die Gründung eines 50:50 Joint Ventures vereinbart, das unter dem Namen Linde-Dahua (Dalian) die lokale Gaseversorgung übernehmen wird. Es ist nach dem bestehenden Joint Venture für das CO2-Geschäft das zweite Gemeinschaftsunternehmen der beiden Unternehmen in Dalian.

Rainer Seele neuer Präsident der AHK Russland

Seele übernimmt das Zepter von Heinrich Weiss © Wintershall

Seele übernimmt das Zepter von Heinrich Weiss © Wintershall

MOKSAU. Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender der BASF-Tochter Wintershall, wurde am 12. März von der ordentlichen Mitgliederversammlung der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer zum neuen Präsidenten gewählt. Den Posten des Vize-Präsidenten bekleidet zukünftig Alexej Mordaschow, Generaldirektor der OAO Severstal.
Der bisherige Präsident, Heinrich Weiss, Vorsitzender der Geschäftsführung der SMS group, zog eine positive Bilanz seiner Tätigkeit für die AHK Russland: „Als ich vor vier Jahren die Präsidentschaft übernahm, hatten wir 500 Mitglieder. Heute hat die Deutsch-Russische AHK fast 800 Mitgliedsunternehmen.“
Weiss bescheinigte der politischen Führung Russlands, Wladimir Putin und Dmitrij Medwedjew, dem Land wirtschaftliches Wachstum und soziale Sicherheit gegeben zu haben. Die Erwartungshaltung der westlichen Demokratie an Länder im Wandel sei zu hoch, sagte der scheidende AHK-Präsident. Man könne nicht beides gleichzeitig umsetzen: Glasnost und Perestroika. Der Aufbau einer stabilen Makroökonomie sei eine wichtige Voraussetzung für die Demokratisierung.
Michael Harms, Vorstandsvorsitzender der AHK Russland, nannte die Themen Zoll, Regionalisierung und den Ausbau der Compliance-Initiative als wichtige Schwerpunkte der Tätigkeit für 2012.
Zur Mitgliederversammlung wurden auch ein neuer Vorstand und ein neues Präsidium gewählt.

Russland Aktuell 11/2012

Russland Aktuell 11/2012

Aus dem Inhalt:
Moskau und Kasan mit ehrgeizigen IT-Projekten
Die richtige Wahl: Städtebauliche Aspekte beim Grundstückskauf in Russland
Russlands Importe werden 2012 weiter wachsen
Auf dem Weg ins Grüne – Interview mit Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender Wintershall
Wirtschafts- und Unternehmensnachrichten
Kultur- und Veranstaltungstipps

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Moskau und Kasan mit ehrgeizigen IT-Projekten

So wie hier am CEBIT-Eingang soll in Moskau bald alles automatisch laufen © Deutsche Messe Hannover

So wie hier am CEBIT-Eingang soll in Moskau bald alles automatisch laufen © Deutsche Messe Hannover

HANNOVER. Russland stellte auf der diesjährigen Computermesse CEBIT zwei ehrgeizige innovative Projekt vor: die IT-Stadt Moskau und den IT-Park Kasan. Eine Vielzahl kleiner und großer russischer Unternehmen hatte den Weg nach Hannover gefunden und präsentierte sich unter anderem am russischen Gemeinschaftsstand in Halle sechs, der vom russischen Ministerium für Bildung und Forschung mitfinanziert wurde, oder am von der Stadt Moskau organisierten Stand in Halle elf. » weiterlesen

Nordex gewinnt weiteren Auftrag in der Türkei

Windturbine von Nordex © Nordex

Ein Park mit elf Windturbinen soll entstehen © Nordex

HAMBURG. Der Hamburger Turbinenhersteller Nordex hat erneut einen Auftrag für die Lieferung und Errichtung eines Windparks in der Türkei erhalten. Kunde ist die Unternehmensgruppe Tektug Elektrik, die sich auf nachhaltige Energieprojekte spezialisiert hat und bereits mehrere Wasserkraftwerke betreibt. Der Park wird aus elf Großturbinen mit einer Leistung von 27,5 Megawatt bestehen, die speziell für Standorte mit mittleren Windgeschwindigkeiten ausgelegt sind. Schon im Herbst will Nordex mit der Errichtung beginnen. Die lokalen Bauarbeiten koordiniert Nordex über seine türkische Landesgesellschaft, die später auch den Service für die Anlagen übernimmt. Erst im Januar hatten die Hamburger einen Großauftrag aus der Türkei über die Lieferung von 20 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 50 Megawatt vom türkischen Kraftwerksbetreiber Bilgin Enerji erhalten. Nordex ist nach eigenen Angaben Marktführer in der Türkei und vor Ort mit der Tochtergesellschaft Nordex Enerji A.S vertreten. Bis 2023 plant die Türkei bis zu einem Drittel ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken.

 

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