BERLIN. Von Samstag bis Montag wird Li Keqiang zum ersten Mal in seiner neuen Funktion als chinesischer Premierminister zu einem Besuch in Deutschland erwartet. Laut Agenda wird er mit Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammentreffen. Die chinesische Seite erklärte im Vorfeld, Li wolle neue Kooperationsbereiche und -mechanismen ausloten. Der chinesische Botschafter in Berlin, Shi Mingde, sagte, während des Besuchs werde auch die Gründung einer chinesischen Handelskammer in Deutschland offiziell verkündet.
Das Handelsvolumen zwischen beiden Staaten betrug im vergangenen Jahr gemäß deutscher Statistikbehörde 144 Milliarden Euro. Das entspricht fast einem Drittel des gesamten Handelsvolumens zwischen China und den EU-Staaten. Heute seien mehr als 7.000 deutsche Unternehmen in China aktiv, berichtet der Botschafter. Gleichzeitig investierten derzeit mehr als 2.000 Unternehmen aus China in Deutschland.
Kategorie China
Chinesischer Premierminister zu Besuch in Deutschland
Freudenberg legt gute Geschäftszahlen für China vor
PEKING. Die deutsche Freudenberg Gruppe blickt auf ein sehr gutes Geschäftsjahr in China zurück. Bei der Bilanzpressekonferenz in Peking Ende Mai, berichtete das Unternehmen, dass es seinen Umsatz 2012 gegenüber dem Vorjahr um rund elf Prozent auf den Rekordwert von 4,1 Milliarden Yuan (rund 515 Millionen Euro) steigern konnte. Im ersten Quartal 2013 sei die positive Entwicklung mit einem Anstieg von etwa 13 Prozent fortgesetzt worden. Die Mitarbeiterzahl ist 2012 um fast 600 auf rund 5.684 angewachsen.
Freudenberg hat nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren mehr als zwei Milliarden Yuan (etwa 250 Millionen Euro) in China investiert. Erst vor kurzem wurde eine neue Fabrik für Automobil- und Industriefilter in Chengdu eröffnet. Demnächst wird die Erweiterung des Standortes Qingpu in Shanghai abgeschlossen sein – dort entstehen für etwa 150 Millionen Yuan ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie weitere Produktionskapazitäten für chemische Spezialprodukte. Das neu gegründete Joint Venture TrelleborgVibracoustic verdoppelt derzeit seine Produktionskapazitäten in Yantai auf etwa 17.000 Quadratmeter.
Insgesamt verfügt der international tätige Zulieferer für die Automobil-, der Maschinenbau-, Textil-, Bau- und Telekommunikationsindustrie in China über 70 Standorte.
Chinas Wirtschaft gewinnt im zweiten Halbjahr wieder an Fahrt
PEKING. Obwohl es heute einfacher ist, verlässliche Wettervorhersagen zu machen als Prognosen für die künftige Wirtschaftsentwicklung, schätzt der Dekan der Guanghua School of Management an der Peking-Universität, Cai Hongbin, dass die chinesische Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder an Fahrt gewinnt. Seine Prognose begründete er heute im Gespräch mit in Peking akkreditierten ausländischen Journalisten mit dem Wirtschaftszyklus Chinas, der anders als in anderen Ländern eng an den politischen Zyklus mit einem Regierungswechsel alle zehn Jahre verbunden ist. Dieser findet gewöhnlich in den Jahren, die auf „2“ und „3“ enden statt. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich gezeigt, dass dann in den Jahren, die auf „3“ und „4“ enden, ein Wachstumsschub einsetzte, während in den auf „8“ und „9“ endenden Jahren eine Verlangsamung zu beobachten war. Cai begründet dies mit dem Willen der neuen Regierungen, am Ende ihrer Amtszeit vorzeigbare Resultate infolge gezielter Investitionen vorzulegen. » weiterlesen
In Frankfurt startet Direktflug nach Chengdu
PEKING. Air China startete am Sonntag mit neuen Direktflügen zwischen Chengdu und Frankfurt. Die Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan ist nach Peking und Shanghai die dritte Stadt, die Fluggäste der chinesischen Airline von Deutschland aus nonstop erreichen können. Die neue Strecke wird dienstags, freitags und sonntags mit Flugzeugen vom Typ Airbus A330-200 bedient. Die Maschinen starten jeweils um 1.30 Uhr in der zentralchinesischen Zehn-Millionen-Einwohnermetropole und erreichen Frankfurt am gleichen Tag um 6.10 Uhr. Der Rückflug verlässt das hessische Drehkreuz um 14.15 Uhr und landet am nächsten Morgen um 5.40 Uhr Ortszeit wieder in Chengdu.
Bisher mussten Fluggäste aus Deutschland über Peking, Shanghai oder Hongkong nach Chengdu fliegen. Durch Transfers und Umsteigezeiten dauern diese Reisen meist mindestens 15 Stunden. Für den neuen Direktflug werden zehn Stunden angegeben.
Deutsche Anlagenbauer präsentieren sich auf der AchemAsia
PEKING. Mit 418 Ausstellern aus 23 Ländern und knapp 12.500 Besuchern ist in der vergangenen Woche die neunte AchemAsia in Peking zu Ende gegangen. Organisatoren der im Dreijahresturnus stattfindenden Prozessindustrie- und Umwelttechnologie-Messe sind die deutsche Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. (DECHEMA) und die Chemical Industry and Engineering Society of China (CIESC) in Zusammenarbeit mit zahlreichen chinesischen und internationalen Partnern.
Aussteller und Organisatoren zeigten sich zufrieden mit der Veranstaltung. Erstmals kamen mehr als 50 Prozent der Aussteller aus der Volksrepublik China. Großer Betrieb herrschte im deutschen Pavillon, auf dem mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums mehr als 80 deutsche Unternehmen ihre Produkte zeigten. Sie präsentierten vor allem Komponenten für den Anlagenbau sowie Ausrüstung für biotechnologische Verfahren und Mess- und Regeltechnik.
Hotel für chinesische Gäste in Frankfurt eröffnet
FRANKFURT. In Frankfurt eröffnete Mitte Mai das erste Hotel, das sich speziell auf die Bedürfnisse chinesischer Reisende eingerichtet hat. The Qube Frankfurt ist ein Gemeinschaftsprojekt der spanische Hotelgruppe Meliá Hotels International und dem chinesischen Immobilienentwickler Greenland Group. Beide Seiten trafen im Dezember 2012 eine strategische Vereinbarung, um ein gegenseitiges, internationales Wachstum innerhalb und außerhalb Chinas voranzutreiben. Das beinhaltet sowohl den Ausbau des Hotelnetzes und der Markenbekanntheit von Meliá in China durch Management-Verträge für Hotels von Greenland, als auch die Expansion der Greenland Hotelmarken in Europa durch die Unterstützung der spanischen Kette.
Das Frankfurter Hotel am Opernrodell mit seinen 177 Zimmern lief zuvor unter der Meliá-Marke TRYP. Ab Ende dieses beziehungsweise Anfang kommenden Jahres wollen die Spanier zwei Hotels der Greenland Group in Jinan und Tianjin unter ihrem Label führen.
Volkswagen baut neues Werk in Changsha
PEKING/CHANGSHA. Mit dem ersten Spatenstich haben heute die Bauarbeiten für das neue Volkswagen Fahrzeugwerk in Changsha, in der Provinz Hunan in der südlichen Zentralregion Chinas, begonnen. Bis Ende 2015 errichtet das deutsch-chinesische Joint Venture Shanghai-Volkswagen (SVW) hier eine vollständige Automobilfertigung mit Presswerk, Karosseriebau, Lackiererei und Endmontage, in der jährlich rund 300.000 Fahrzeuge produziert werden können. Mittelfristig will Volkswagen in China eine Kapazität von vier Millionen Fahrzeuge pro Jahr erreichen.
Das Werk in Changsha ist Teil des bis 2015 laufenden Investitionsprogramms der beiden chinesischen Joint Ventures, das sich auf insgesamt 9,8 Milliarden Euro beläuft. Innerhalb dessen entstehen sieben neue Produktionsstätten. Aktuell verfügt Shanghai-Volkswagen über Fahrzeugwerke in Shanghai, Nanjing und in Yizheng in der Provinz Jiangsu. Weitere Werke entstehen in Ningbo sowie in Urumqi.
Chinesen übernehmen deutschen Baugerätehersteller Gölz
BLUMENTHAL(HELLENTHAL). Die Eastern Sea International Holding Group aus Hongkong übernimmt den nordrhein-westfälischen Baugerätehersteller Gölz Holding GmbH. Wie Geschäftsführer Bernd Schmitz gestern der Kölnischen Rundschau bestätigte, übernehme die chinesische Seite 100 Prozent aller Anteile. Die zuständigen Behörden müssen dem Abschluss allerdings noch zustimmen. Zu den finanziellen Details der Transaktionen ist Stillschweigen vereinbart worden.
Der Standort in Blumenthal mit 65 Mitarbeitern soll weiter bestehen bleiben. Gölz wird als unabhängige Marke und mit eigenem Management innerhalb der Eastern Sea Gruppe bestehen bleiben. Durch die Übernahme versprechen sich die Deutschen eine höhere Wettbewerbsfähigkeit. Mitbewerber würden seit Jahren günstig in China produzieren, was Gölz Marktanteile gekostet habe, so Schmitz. Nun könnten Massenprodukte, die das Familienunternehmen bisher in Tschechien hergestellt hat, in China oder mit Komponenten von dort gebaut werden. In Blumenthal will man sich auf Profigeräte in kleinen Stückzahlen konzentrieren.
ALNO plant chinesischen Flagshipstore mit neuem Partner
PFULLENDORF. Der deutsche Küchenmöbelhersteller ALNO AG hat mit der Shun Hing Group einen exklusiven Vertriebspartner in Hongkong verpflichtet. Wie das baden-württembergische Unternehmen jetzt erklärte, soll dort im Oktober auch ein ALNO-Flagshipstore eröffnen. Neben Hongkong planen die Deutschen mittelfristig eine ganze Reihe neuer Vorzeigeläden in den Metropolen Peking, Shanghai, Guangzhou Shenyang und Chengdu. Die Shops dienen als Vertriebsstützpunkte für die Betreuung bestehender und die Akquise neuer Handelspartner.
Bereits im November 2012 hatte das Unternehmen ein Joint Venture in China gegründet. Rund 80 Prozent des Umsatzes in China erwirtschaftet ALNO nach eigenen Angaben im Projektgeschäft. Der chinesische Partner verfüge über eine langjährige Erfahrung in diesem Bereich, heißt es in einer Unternehmensmitteilung, und sei Marktführer im Segment Klimatechnik. Mit rund 1.800 Mitarbeitern vertreibt die Shun Hing Group bekannte Marken wie Panasonic.
Russland und China befeuern Ergebnis der Vaillant Group
DÜSSELDORF/REMSCHEID. Der Heiz- und Lüftungstechnikanbieter Vaillant Group hat im Geschäftsjahr 2012 von guten Geschäften in China und Russland profitiert. Insgesamt stiegen die Umsatzerlöse um rund zwei Prozent auf 2,33 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereffekte habe sich das operative Ergebnis auf 225 Millionen Euro belaufen, hieß es auf der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf Mitte Mai. Dies entspreche einem Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.
Sehr positiv entwickelte sich die gesamte Region Osteuropa, wo der Umsatz um knapp sieben Prozent auf 493 Millionen Euro anstieg. Im wichtigsten regionalen Markt Russland, aber auch in der Ukraine, verzeichnete die Vaillant Group zweistellige Wachstumsraten. Nach wie vor machen in Osteuropa klassische Heiztechnologien den Großteil der Produktnachfrage aus.
In China stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 51 Millionen Euro auf 70 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 37 Prozent. Das Land erwies sich damit erneut als stabiler Wachstumstreiber. » weiterlesen








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