
Russland 2011Bevölkerung: 142,4 Mio
Fläche: 17,1 Mio km²
Nominales BIP: 1.850 Mrd. US$
BIP pro Kopf: 12.993 US$
BIP-Wachstum: 4,3 %
BIP-Prognose 2012: 4,0 %
Anteil des Privatsektors am BIP: 65 %
Quelle: IWF, EBRD
Wirtschaftsentwicklung
2012 wird die Dynamik der russischen Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr ein wenig nachgeben. Hauptgründe hierfür sind schwächere Impulse vom Außenhandel sowie von den privaten Investitionen. Der Ausblick für die Rohstoffeinnahmen und den privaten Konsum bleibt dagegen positiv. Die innenpolitischen Unsicherheiten während der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen scheinen zunächst einmal vorbei – der alte und neue Staatspräsident Wladimir Putin schaut nach vorn und gibt die Richtung in der Wirtschaftspolitik vor.
Das russische Wirtschaftsministerium schraubte Anfang April seine Prognose für das BIP-Wachstum 2012 nach unten, von 3,7 auf 3,4 Prozent. Grund für die eingetrübten Aussichten ist ein langsameres Investitionstempo – diese sollen nicht um 7,8 Prozent, sondern lediglich um 6,6 Prozent steigen. Im vergangenen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um 4,3 Prozent zugelegt. Während die Dynamik der öffentlichen Investitionen in diesem Jahr stabil ausfällt, bleiben private Investitionen aufgrund steigender Kreditkosten sowie eines eingeschränkten Zugangs zu ausländischem Kapital volatil. Nach Ansicht der Analysten von Raiffeisen Research sollte zugleich das Wachstum der Reallöhne zusammen mit dem kräftigeren Kreditwachstum den Haushaltskonsum beflügeln. Es gibt jedoch einige Anzeichen, die im Vergleich zu 2011 auf ein langsameres Wachstum hindeuten. Vor allem werden die steigenden Importe den Außenhandelsbeitrag schmälern.
Von der künftigen Wirtschaftspolitik werden keine großen Änderungen erwartet. Diese wird weiterhin sozial ausgerichtet und auf Lohnwachstum sowie höhere Investitionsausgaben fokussiert bleiben. Der Anfang Mai wieder angetretene Staatspräsident Wladimir Putin will das Investitionsklima in Russland verbessern. In einer Rede zur Arbeit der Regierung im Jahr 2011 kündigte er die Schwerpunkte seiner kommenden Amtszeit an. Demnach will die Regierung bis Ende des Jahres Gesetzesentwürfe in die Staatsduma einbringen, um Russland attraktiver für Unternehmen zu machen. Unter anderem soll ein Ombudsmann für die Rechte von Investoren einberufen werden.
Ziel ist es, aus Russland in den nächsten drei Jahren eine der fünf größten Wirtschaftsnationen der Welt zu machen. Der Beitritt Russlands in die Welthandelsorganisation, der nach fast zwanzigjährigen Verhandlungen in diesem Jahr vollzogen werden soll, hat für die russische Regierung positive und negative Aspekte. Putin sieht sie als Antrieb für die notwendige Erneuerung der Wirtschaftsstrukturen. Auf der anderen Seite könnten mehrere russische Wirtschaftszweige durch den WTO-Beitritt kurzfristig Verluste erleiden. Die Regierung sucht nach Instrumenten zum Schutz der Schlüsselbranchen wie der Landwirtschaft oder der Kraftfahrzeugindustrie. Die dazu im WTO-Rahmen gegebenen Möglichkeiten sollen voll ausgeschöpft werden, verlangt Putin.
Ausländischen Investoren räumte Putin Möglichkeiten ein, sich an der Privatisierung russischer Staatsunternehmen zu beteiligen. Als Schlüsselaufgabe der Wirtschaftspolitik benannte er die Ausweitung des Integrationsprozesses im postsowjetischen Raum. Der erste Schritt ist die bereits in Kraft getretene Zollunion mit Belarus und Kasachstan. Innerhalb Russlands will Putin Sibirien und dem Fernen Osten besondere Aufmerksamkeit widmen. Die Regionen, die am weitesten von der russischen Hauptstadt entfernt sind, sollen innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre ein Wirtschaftswachstumstempo zeigen, das die Dynamik des gesamtrussischen BIP übersteigt.
Quellen: Raiffeisen Research, gtai
Außenhandel mit Deutschland
In der Rangliste der Außenhandelspartner Deutschlands, 2011:
Deutsche Einfuhr: 7. Platz
Deutsche Ausfuhr: 12. Platz
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