FRANKFURT/MAIN. Kasachische Landwirte setzen verstärkt auf moderne Agrartechnik. Maschinen aus westlicher Fertigung spielen dabei eine entscheidende Rolle. „Und das nicht ohne Grund“, so Bernd Scherer, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Schließlich besitze das Land „ungeahnte Ertragspotenziale, die nur mithilfe effizienter Traktoren und Landmaschinen realisierbar sind“, sagte Scherer im Rahmen der Vorpressekonferenz zur Fachmesse KazAGRO/KazFarm Mitte April in Astana.
Vom 24. bis 26. Oktober 2012 werden mehr als 200 internationale Landtechnikhersteller neueste Technologien für Ackerbau und Viehhaltung präsentieren. Namhafte europäische und deutsche Hersteller haben ihre Präsenz bereits zugesagt. „Mit dieser Leistungsschau möchten wir als europäische Landtechnikindustrie aktiv zur weiteren Entwicklung der kasachischen Landwirtschaft beitragen“, betonte Scherer. » weiterlesen
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VDMA unterstützt KazAGRO in Astana
Ekosem-Agrar plant Anleiheemission
WALLDORF. Der in Russland aktive deutsche Landwirtschaftskonzern Ekosem-Agrar GmbH plant in diesem Jahr die Emission einer Unternehmensanleihe in Deutschland. Wie das Unternehmen Ende Januar mitteilte, wolle es mit dem Erlös seine Finanzierungsstruktur optimieren, weitere Anbauflächen erwerben sowie den Bau neuer Milchviehanlagen angehen.
Die Ekosem-Agrar GmbH ist die deutsche Holdinggesellschaft der Ekoniva Gruppe, eines der größten russischen Agrarunternehmen. Mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von rund 160.000 Hektar an sechs Standorten in Russland, einem Bestand von 28.000 Rindern und einer durchschnittlichen Milchleistung von 200 Tonnen pro Tag ist die Gesellschaft nach eigenen Angaben drittgrößter Milchproduzent des Landes. Zudem stellt Ekosem-Agrar Saatgut her und will das Geschäft mit Premium-Rindfleisch in Russland deutlich ausbauen.
Auf Basis vorläufiger Zahlen hat Ekosem-Agrar im Geschäftsjahr 2010/2011 die Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr von 50 Millionen Euro auf 80 Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) legte von 3,9 Millionen Euro auf 14,0 Millionen Euro zu.
Russische Offensive zur Grünen Woche

Berlins Bürgermeister Wowereit und Agrarministerin Aigner mit russischen Köstlichkeiten © Messe Berlin
MOSKAU. Russland präsentiert auf der diesjährigen Grünen Woche in Berlin dreimal mehr Projekte als im Vorjahr. Anlässlich der 77. Ausgabe der Landwirtschaftsmesse stellt das Land vom 20. bis 29. Januar 233 Investitionskonzepte mit einem Gesamtwert von 6,4 Milliarden Euro vor, teilte das russische Landwirtschaftsministerium mit. Im Jahr zuvor seien es 81 Projekte im Wert von 2,19 Milliarden Euro gewesen.
Die russische Landwirtschaftsministerin Jelena Skrynnik eröffnete den russischen Pavillon mit 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche persönlich. 250 Unternehmen aus 22 Regionen sind vertreten. Erstmals gibt es auch eine russische Abteilung zum Thema Bioenergetik.
Während der Messe sollen neun Abkommen im Wert von 286 Millionen Euro, darunter zwei Verträge über die Lieferung von Rentierfleisch nach Deutschland und nach Schweden, geschlossen werden. 2011 hatten die russischen Aussteller Geschäfte in Höhe von 220 Millionen Euro geschlossen.
Agrarregion Pskow baut auf Nahrungsmittelverarbeitung
Russlands Regionen stehen mehr und mehr im Wettbewerb um Investoren. Boom-Regionen wie Kaluga, Krasnodar oder Tscheljabinsk sind deutschen Investoren seit einiger Zeit bekannt. Große Konzerne haben sich angesiedelt, die Zulieferer kommen nach. Doch auch die hierzulande weniger bekannten Regionen beobachten diesen Aufschwung und wollen nachziehen. Ende Oktober reisten Vertreter des Gebiets Pskow, unterstützt von der Commit Group, mit einer Wirtschaftsdelegation nach Bonn, um deutsche Investoren von den Vorteilen der Agrarregion zu überzeugen.
„Konkurrenz unter den Regionen – ich finde das gut. Das gibt uns, der Verwaltung, wichtige Impulse, nur so können wir uns weiterentwickeln“, erklärt Sergej Pernikow, Erster Stellvertretender Gouverneur des Gebietes Pskow. Er ist Teil einer sehr jungen, engagierten Delegation um Andrej Turtschak, seit 2009 Gouverneur des Gebietes und mit 36 Jahren einer der jüngsten Gouverneure Russlands. Allein 2011 hat die Gebietsverwaltung 25 Projekte im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro gestartet, um die Region voranzubringen. Laut ihrer Strategie der Entwicklung des Gebiets Pskow im sozialen und wirtschaftlichen Bereich bis 2020 hat die Entwicklung des agroindustriellen Komplexes dabei oberste Priorität. Die Schwerpunkte der Region liegen außerdem im Transport- und Logistiksektor, im Tourismus, bei der verarbeitenden Industrie, vor allem der Nahrungsmittelindustrie, und beim Maschinen- und Anlagenbau.
30 Prozent weniger Geflügelimporte bis 2012
ASTANA. Das kasachische Landwirtschaftsministerium möchte die Geflügelimporte der Republik in 2012 um 30 Prozent reduzieren. Nach Angaben des geschäftsführenden Direktors der Agrarholding KazAgro, Nurlybek Malelova, werden die Investitionsprogramme zur Finanzierung von High-tech-Projekten nicht nur dafür sorgen, dass die Importe reduziert werden können, sondern es Kasachstan langfristig auch ermöglichen Geflügel zu exportieren.
Im Dezember wird ein erstes von KazAgro finanziertes Großprojekt in Südkasachstan in Betrieb gehen. Ausgerüstet mit moderner Technologie soll der Komplex 4,8 Tausend Tonnen Geflügelfleisch pro Jahr produzieren. Die Gesamtprojektkosten lagen bei rund 3,8 Millionen Tenge (26.000 US-Dollar). Der Geflügelkomplex verfügt über einen kompletten Produktionszirkel, von der Aufzucht bis zu einer Abfallaufbereitungsanlage. » weiterlesen
Bonduelle plant Übernahme in Krasnodar
PARIS. Der französische Gemüseverarbeiter Bonduelle will im Rahmen seiner geplanten Internationalisierung seine Präsenz in Russland stärken. Zwar wollte man ursprünglich in der Ukraine expandieren, doch nun habe sich in Russland die Übernahme einer Anlage der französischen Genossenschaftsgruppe Cecap angeboten, erläuterte Firmenchef Christophe Bonduelle anlässlich der Vorlage des Betriebsergebnisses für das Geschäftsjahr 2010/11 Ende Oktober vor Journalisten in Paris.
Bonduelle ist in Mittel- und Osteuropa bereits seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre präsent. Wertmäßig sei das Familienunternehmen bereits mit einem Marktanteil von annähernd 30 Prozent in Russland präsent, so der Firmenchef. In der Nähe der südrussischen Stadt Krasnodar betreibt Bonduelle eine Konservenfabrik – unweit der Anlagen von Cecap.
Größte Getreideernte seit 20 Jahren
ASTANA. Die Landwirte in Kasachstan haben in diesem Jahr Schwierigkeiten, die riesige Ernte zu bergen. Das Land erwartet mit geschätzten 25 Millionen Tonnen die größte Getreideernte seit 20 Jahren. Eine endgültige Zahl existiert noch nicht, weil die Ernte erst auf etwa 79 Prozent der Gesamtfläche beziehungsweise auf 12,8 Millionen Hektar abgeschlossen ist. Bis zum Stichtag am 27. September hatten die Erzeuger allerdings bereits 20,2 Millionen Tonnen Getreide eingefahren. Nach Angaben der staatlichen Statistikbehörde hatte die Getreideproduktion 2009 mit etwa 21 Millionen Tonnen – die Ausfuhr betrug etwa acht Millionen Tonnen – den bisherigen Rekord gesetzt. Im Vorjahr lag die Getreideernte dagegen wegen großer Dürreschäden nur bei 12,2 Millionen Tonnen, die Exporte waren auf 5,9 Millionen Tonnen gefallen. » weiterlesen
Evonik gründet Joint Venture mit RusBiotech
ESSEN. Der deutsche Mischkonzern Evonik Industries hat gemeinsam mit dem russischen Unternehmen RusBiotech International das Joint Venture Russkie Biotechnologii in Russland gegründet. Ziel des Gemeinschaftsunternehmens, an dem Evonik zunächst eine kleine Minderheitsbeteiligung hält, mit der Option wesentlich aufzustocken, ist die Produktion der Futtermittelaminosäure L-Lysin in Russland.
L-Lysin ist eine Aminosäure für die Tierernährung, die Evonik unter dem Namen Biolys vermarktet. Die Pläne der beiden Unternehmen sehen den Bau einer Anlage vor, mit der Biolys auf der Basis von Weizen aus der Rostow-Region produziert wird. Die Gesamtinvestition des Joint Ventures wird etwa 150 Millionen Euro betragen. Die Anlage soll 2014 in Betrieb gehen und pro Jahr etwa 300.000 Tonnen Weizen zu Biolys umsetzen. Die technischen Planungsarbeiten haben bereits begonnen.
Das Joint Venture wird seinen Sitz in Wolgodonsk in der Region Rostow haben und vorwiegend den russischen Markt bedienen.
Deutsches Agrarzentrum in Kasachstan eröffnet
BERLIN. In Tschaglinka eröffnete Peter Bleser, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Mitte September das Deutsche Agrarzentrum (DAZ) in Kasachstan. In dem 200 Kilometer nördlich von Astana gelegenen Ort wurden dabei auf dem ersten deutschen Feldtag moderne landwirtschaftliche Technik sowie landwirtschaftliche Produktionsmittel präsentiert, teilte das deutsche Agrarministerium mit. Deutschland und Kasachstan fördern das Zentrum gemeinsam. Entstehen soll eine Kompetenzplattform, die Landwirten aus Kasachstan neuestes Fachwissen für Ressourcen schonende, rentable und moderne Landbewirtschaftung vermitteln kann. 13 deutsche Agrarunternehmen der Tierzucht, Landtechnik und Saatgutwirtschaft engagieren sich dabei, hieß es weiter. Die deutsche Agrarwirtschaft hoffe, mittelfristig ihre Exporte in die Region steigern zu können.
Getreideernte von über 17 Millionen Tonnen erwartet
ASTANA. Das kasachische Landwirtschaftsministerium hat angekündigt, dass die zentralasiatische Republik im Jahr 2011 mit einer Getreideproduktion zwischen 17 und 17,5 Millionen Tonnen rechne, davon rund 15 Millionen Tonnen Weizen.
Bei einer Sitzung des Präsidenten mit den Regionsvertretern vergangene Woche gab der Präsident bekannt, dass der Landwirtschaftsbereich dieses Jahr mit 1,2 Milliarden US-Dollar aus dem Staatsbudget unterstützt werde. Von dieser Summe kommen 376,7 Millionen US-Dollar auf Tochterunternehmen und 116,4 Millionen US-Dollar auf die Einrichtung von Fonds zur Stabilisierung der Nahrungsmittelpreise in ländlichen Regionen. Über 400.000 Tonnen Treibstoff wurde zu reduzierten Preisen zur Verfügung gestellt, um die Landwirtschaft zu unterstützen, berichtet der Branchendienst Proplanta. 2010 wurden 12,2 Millionen Tonnen Getreide geerntet.



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