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Russlands Konsumenten kaufen mehr aber günstiger

Die deutsche Rewe Group macht mit ihrer Kette Billa gute Umsätze in Russland © Rewe

Die deutsche Rewe Gruppe macht mit ihrer Kette Billa gute Umsätze in Russland © Rewe

MOSKAU. Russlands Konsumgüterbranche sieht einer positiven Marktentwicklung entgegen. Zu diesem Schluss kommt die Ende Januar erschienene KPMG-Studie „Food and beverage markets in Russia: issues and prospects“. Verantwortlich dafür seien zwei Faktoren. Einerseits hält die sinkende Inflationsrate die Produktpreise stabil – so rechnen die KPMG-Analysten damit, dass die Preise in den kommenden drei Jahren, vor allem für Lebensmittel und die Produkte des täglichen Bedarfes, relativ konstant bleiben werden.
Andererseits sind es kontinuierliche Lohnsteigerungen, die die Kaufkraft der russischen Bevölkerung erhöhen. Allein das Neujahrs- und Weihnachtsgeschäft brachte dem Einzelhandel geschätzte zwölf Milliarden Euro. Trotz der insgesamt steigenden Kaufkraft habe sich ein Wandel vollzogen. Konsumierte die einkommensstarke Schicht vor der Krise noch reichlich teure und luxuriöse „Speciality Goods“, habe sich seit der Krise die Nachfrage auf ähnliche Produkte in mittelpreisigen Segmenten und auf die „Convenience Goods“, also Waren des täglichen Bedarfes, verlagert.

Russlands M&A-Markt unter Druck

Die Studie hat für das zurückliegende Jahr 214 M&A-Deals gezählt © CMS

Die Studie hat für das zurückliegende Jahr 214 M&A-Deals gezählt © CMS

MOSKAU/LONDON. Der russische M&A-Markt ist im zurückliegenden Jahr geschrumpft. Aus der im Februar erschienen alljährlichen Studie der Beratergruppe CMS geht hervor, dass das Volumen von Fusionen- und Übernahme-Aktivitäten in Russland von 223 Deals mit einem Wert von 57 Milliarden im Jahr 2010 auf 214 Geschäfte für insgesamt 53,8 Milliarden Euro zurückgegangen ist. Die Mehrheit (56 Prozent) der Deals haben 2011 auf dem Energiesektor stattgefunden, am zweitwichtigsten war die Finanzsparte (zwölf Prozent).
Die Verfasser von „Deal Drivers Russia“ machen den durch die Eurokrise erhöhten Druck für den russischen Markt und globale Schwankungen für den Rückgang des Volumens verantwortlich. Die durch CMS befragten Akteure des M&A-Geschäfts zeigen sich für 2012 aber weitgehend optimistisch. 79 Prozent rechnen damit, dass in diesem Jahr das Angebot an staatlichen Unternehmen steigen wird.

pdf Deal Drivers Russia 2012 (10.85 MB)

CMS-Ausblick: Russia in 2012 – Forces for Change

Die Studie geht davon aus, dass ein „Russischer Frühling“ ausbleibt © CMS

Die Studie geht davon aus, dass ein „Russischer Frühling“ ausbleibt © CMS

MOSKAU. In Russland war der Dezember der ereignisreichste Monat des Jahres. Das schlechte Abschneiden der Regierungspartei Jedinaja Rossija bei den Parlamentswahlen und die folgenden Demonstrationen und Proteste in den Straßen haben die Führungsriege des Landes zweifelsohne wachgerüttelt. Obwohl Putins Wiederwahl im März sicher scheint und ein „Russischer Frühling“ wohl ausbleiben wird, ist ein Stück der Selbstzufriedenheit der russischen Politik und Administration zumindest für eine Weile verschwunden.
Die soeben erschienene Broschüre „Russland im Jahr 2012“ der Unternehmensberatung CMS gibt einen Ausblick auf die bevorstehenden Ereignisse. Die Analysten schildern ihre Auffassung über die Situation der russischen Wirtschaft, den Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO, den weiteren Verlauf der Privatisierung, die Modernisierung des russischen Gesundheitssektors und der Infrastruktur sowie die heimische Politik.

„Das Ende des China-Zyklus“: Der soziopolitische Wandel in China

© Roland Berger Strategy Consultants

© Roland Berger Strategy Consultants

DETROIT. Nach drei Jahrzehnten rasanten Wachstums hat sich China zu einer Wirtschaftsmacht entwickelt und könnte bis 2025 gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Doch die volkswirtschaftlichen Trends deuten gleichzeitig auf ein Ende des rasanten Wachstums hin: Die Ein-Kind-Politik des Landes, die schnell alternde Gesellschaft und die sinkende Zahl der Erwerbstätigen können zu starken Engpässen in verschiedenen Industriesektoren und zu steigenden Herstellungskosten führen. Zudem spielen andere Faktoren wie die Inflation und die hohen Export- und Transportkosten eine wesentliche Rolle. So zeichnet sich in manchen Industriebereichen wie der Textilbranche eine deutliche Trendumkehr ab. Hier ist der chinesische Anteil am Weltmarkt schon jetzt rückläufig, so die Ergebnisse der soeben erschienenen Studie „Das Ende des China-Zyklus“ von Roland Berger Strategy Consultants. „Ausländische Unternehmen, die einen Teil ihrer Produktion nach China verlagert haben, sind gut beraten, ihre Fertigungsstrategie in China zu überdenken“, sagt Thomas Wendt von Roland Berger Strategy Consultants. „Für viele Unternehmen löst sich das Werteversprechen in China gerade in Luft auf: Kostensteigerungen machen den Wettbewerbsvorteil des Landes zunichte.“

Erholung durch steigende Metallpreise

Die russische Metallindustrie profitiert von steigenden Preisen © Severstal

Die russische Metallindustrie profitiert von steigenden Preisen © Severstal

FRANKFURT AM MAIN. Der Aufschwung der globalen Wirtschaft, die steigenden Metallpreise und die Wettbewerbsfähigkeit hinsichtlich der Kosten von vertikal integrierten Unternehmen fördern das Wachstum in der russischen Metallindustrie. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan produzierte die russische Metallindustrie 2010 rund 76,2 Millionen Tonnen Rohmaterial. Bis zum Jahr 2017 sollen es 129 Millionen Tonnen sein. 2010 erwirtschafteten Metallurgie- und Metallprodukte über viermal so hohe Umsätze wie die Bergbauindustrie. Die Studie erfasst Eisenmetalle (Eisen und Stahl), Nichteisenmetalle (Aluminium, Kupfer und Nickel) und Edelmetalle (Gold und Silber). Die Metallindustrie ist hierbei stark von der Nachfrage seitens der großen Endverbraucherbranchen, wie das Baugewerbe, das Transportwesen, die Automobilindustrie und die Elektronikbranche, abhängig. Die Tatsache, dass sich diese Endverbraucherbranchen inzwischen wieder erholen, treibt auch die Nachfrage für Metalle voran. Große vertikal integrierte russische Unternehmen bieten dabei entscheidende Kostenvorteile. Andererseits sind sie mit verschiedenen Einschränkungen konfrontiert, wie einer geringen Inlandsnachfrage nach Metallprodukten, eskalierenden Energiekosten und fehlenden Investitionen. » weiterlesen

Russland vorn bei M&A

Warten auf die neue Wachstumsphase - mit der neuen M&A-Studie von Roland Berger

Warten auf die neue Wachstumsphase - mit der neuen M&A-Studie von Roland Berger

MÜNCHEN. Russland behauptet seine starke Stelle im Bereich Mergers & Acquisitions in Mittel- und Osteuropa. Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger kommt zu dem Ergebnis, dass zwischen 2000 und 2010 57 Prozent aller M&A-Aktivitäten in der Region auf Russland als Übernahmezielland entfielen. Der Anteil der Transaktionen, an denen russische Unternehmen als Käufer beteiligt waren, lag sogar bei 79 Prozent. Laut der Studie zielten die meisten Investitionen auf den Energie- und Stromerzeugungsmarkt (43 Prozent). Auch der Telekommunikationssektor verzeichnete eine dynamische Entwicklung: 20 Prozent der Übernahmen in der Region im Jahr 2010 betrafen Unternehmen aus diesem Bereich.

Wachstum auf Automarkt gebremst

Im ersten Halbjahr wuchs der Automarkt nach der Studie um 7,4 Prozent © Ford

Im ersten Halbjahr wuchs der Automarkt nach der Studie um 7,4 Prozent © Ford

MÜNCHEN. Der chinesische Automarkt wächst deutlich langsamer. Zwar stieg der Pkw-Absatz auch im ersten Halbjahr 2011 um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, doch sei dies ein deutlich gebremstes Wachstum, heißt es in einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Progenium. 2009 hatte es noch ein Plus von 46 Prozent, im Jahr 2010 von 32 Prozent gegeben. Als Ursache gelten unter anderem die neuen strengen Zulassungsregulierungen. In Peking dürfen seit dem 1. Januar monatlich nur noch 3.000 Fahrzeuge neu zugelassen werden. Zum selben Datum wurde die als Kaufanreiz für bestimmte Modelle 2009 eingeführte Halbierung der Mehrwertsteuer wieder aufgehoben.
Insgesamt konnten von Januar bis Juni 7,11 Millionen Fahrzeuge verkauft werden. Damit schließt China zu Europa auf, wo im gleichen Zeitraum 7,12 Millionen neue Autos registriert wurden.
Fünf chinesische Hersteller dominieren den Markt, in dem noch über 70 Marken vertreten sind. Die Studie hält fest, dass chinesische Kunden Fahrzeuge von Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischen Partnern bevorzugen.

Russischer Bildungsmarkt braucht mehr Praxis

Die Studie soll Firmen der Aus- und Weiterbildung zur Orientierung in Russland dienen © iMOVE

Die Studie soll Firmen der Aus- und Weiterbildung zur Orientierung in Russland dienen © iMOVE

BONN. Russische Bildungseinrichtungen stehen vor der Herausforderung, in Studium und beruflicher Aus- und Weiterbildung mehr praktische Fähigkeiten zu vermitteln. Eine Studie zum russischen Bildungsmarkt, herausgegeben von International Marketing of Vocational Education – einer Initiative des Bundesforschungsministeriums – in Kooperation mit Germany Trade and Invest, kommt zu dem Schluss, dass besonders im Bereich Betriebswirtschaftslehre der Nachholbedarf in Russland nach wie vor gewaltig ist. BWL- Studiengänge und berufsbegleitende MBA-Programme nach westlichem Vorbild seien sehr gefragt, professionelle Bildungspartner aus dem Ausland erwünscht.
Ausgehend von den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beleuchtet die Studie das russische Bildungssystem. Dabei konzentriert sie sich auf die berufliche Bildung, den Aus- und Weiterbildungsmarkt und Exportmöglichkeiten, speziell für Anbieter aus Deutschland. Pilotprojekte und Investitionsvorhaben veranschaulichen aktuelle Entwicklungen auf dem Bildungsmarkt.

BIC statt BRIC

WIEN. Russland droht aus dem Kreis der BRIC-Länder zu fallen. Zu diesem Schluss kommt der „Russia Competitiveness Report 2011“, den das World Economic Forum Anfang Juni in Wien vorstellte. Da Russland nicht in der Lage sei, die Produktivität seiner Wirtschaft maßgeblich zu steigern, falle es hinter die anderen Transformationsländer Brasilien, Indien und China zurück. Die Verfasser der Studie bemängeln, dass Russland nicht von seinen Wettbewerbsvorteilen wie zum Beispiel dem Rohstoffreichtum profitieren kann, da es versäumt hat, eine Reihe von Hemmnissen zu beseitigen. Genannt werden fünf wichtige Punkte, die dringend angegangen werden müssten: die Etablierung von Rechtsstaatlichkeit, die Verbesserung der Bildung, die Förderung von Wettbewerb beziehungsweise der Abbau von Handelsbarrieren, ein erleichterter Zugang zum Finanzmarkt und eine Steigerung der Effizienz durch Wissenstransfer und Innovation.

 

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