STUTTGART/CHENNAI. Daimler eröffnete Mitte April sein in Rekordzeit von 24 Monaten entstandenes Produktionswerk in Oragadam nahe Chennai, der Hauptstadt des südindischen Bundesstaats Tamil Nadu. Die deutschen Fahrzeugbauer wollen hier die eigens für den indischen Markt entwickelte Lkw-Marke BharatBenz produzieren. 700 Millionen Euro investiert Daimler India Commercial Vehicles dafür in das 160 Hektar große Areal inklusive Entwicklungszentrum und Teststrecke. Die Fertigungskapazität liegt zunächst bei 36.000 Einheiten jährlich und soll später auf 70.000 Nutzfahrzeuge pro Jahr steigen. Der Produktionsstart ist für das dritte Quartal 2012 geplant. Bis Ende des Jahres wollen die Deutschen ein Händlernetz aufbauen, das 70 Standorte in Indien umfasst. Das Ziel für 2014 sind 100 Vertriebspunkte.
Indien ist heute der weltweit drittgrößte Lkw-Markt, er wird dominiert vom Hersteller Tata. 2010 machte Daimlers Zielsegment moderner, robuster Lkw vier Prozent des gesamten indischen Lastwagenmarktes aus. 2020 werde diese Zahl laut Analysen der Deutschen auf fast 80 Prozent angestiegen sein.
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Daimler eröffnet Werk für den Indienbenz
Bosch plant neue Fabrik in Chennai
CHENNAI. Im Jahr ihres 125-jährigen Bestehens erneuert die Bosch-Gruppe ihr Bekenntnis zum Produktionsstandort Indien: In den Jahren zwischen 2011 und 2013 wird Bosch rund 400 Millionen Euro in die Kapazitätserweiterungen seiner Betriebsstätten, in die weitere Diversifizierung seiner Geschäftstätigkeiten sowie in Forschung und Entwicklung investieren.
Teil des Investitionspaketes ist der Bau einer neuen Fabrik für Elektroantriebe in Chennai, die bereits im kommenden Jahr mit ihrer Produktion beginnen soll. Eine Investition in die Zukunft ist die Entwicklung einer Software zur Steuerung einer elektronischen Kraftübertragung für Benzin- und Dieselmotoren in Hybridfahrzeugen. Für diese Herausforderung zur Senkung von Kohlendioxidemissionen in der elektronischen Kraftübertragung wird Bosch in Bangalore und Coimbatore insgesamt mehr als 800 neue Mitarbeiter einstellen. » weiterlesen
Übernahme aus indischer Hand
BANGALORE. Die Dynamatic-Gruppe aus Bangalore hat in einem rein indischen Geschäft die Eisenwerke Erla GmbH von der Sanmar-Gruppe aus Chennai übernommen. Damit bleibt die mit 630 Jahren älteste noch produzierende Eisengießerei Deutschlands, die 1994 privatisiert und 2007 von der Sanmar-Gruppe akquiriert wurde, weiterhin in indischer Hand. Sie hat sich zu einer der modernsten Gießereien Europas entwickelt, die heute ein gefragter Partner für den Fahrzeug- und Maschinenbau ist.
Mit der Dynamatic-Gruppe erhält die Eisenwerke Erla GmbH einen fachlich sehr versierten Eigentümer. Das indische Unternehmen ist Komponentenlieferant für Airbus, Ford und Hyundai. Unter dem Namen JKM Erla Automotive wird das Eisenwerk als 100-prozentige Tochtergesellschaft der indischen Gruppe weitergeführt, Organisation und Leitungsstrukturen der Gießerei in Erla, die rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, bleiben unangetastet. » weiterlesen



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